Europas beste Nachwuchs-Schützin in der Disziplin Sportpistole kommt aus Frankfurt (Oder) / Rosengarten und heißt Michelle Skeries

MOZ Jürgen Leibner / 27.10.2017, 06:15 Uhr

Neu Delhi (Lei) Für Michelle Skeries ist es der Abschluss eines turbulenten und erfolgreichen Jahres. Die Pistolen-Spezialistin von der Schützengilde Frankfurt (Oder) startet heute als eine der besten acht Schützinnen ihrer Disziplin beim Weltcupfinale in Neu Delhi. „Allein, dass sie sich dafür qualifizieren konnte, ist schon Beleg dafür, welche tolle Entwicklung Michelle innerhalb kürzester Zeit in den zurückliegenden Monaten genommen hat“, lobt der Frankfurter Cheftrainer Benno Bölke seine aktuell herausragende Sportlerin.

Die junge Frau mit den langen braunen Haaren gilt als eines der größten Talente im Deutschen Schützenbund und ist so etwas wie die Aufsteigerin des Jahres. Als Junioren-Europameisterin mit der Sportpistole machte die gebürtige Frankfurterin 2016 erstmals international auf sich aufmerksam. Dass sie aber auf Anhieb den Sprung in die Weltspitze der Frauen schaffen würde, das verblüfft selbst die Experten. „Das gelingt nur wenigen Schützen und ist daher umso bemerkenswerter“, weiß Chef-Coach Bölke aus langjähriger Erfahrung.

Und auch in Neu Delhi ist der zweifachen Militär-Weltmeisterin einiges zuzutrauen. Die Anlage in Indiens Metropole ist der Obergefreiten der Bundeswehr bereits vertraut. Bei ihrem Weltcup-Debüt Anfang März ließ Michelle Skeries mit Platz 3 das erste Mal in der Frauen-Klasse aufhorchen. Ende Mai stellte sie in Hannover sogar einen inoffiziellen Final-Weltrekord mit der Sportpistole auf und ließ dabei die etablierte internationale Konkurrenz um Olympiasiegerin Anna Korakaki aus Griechenland staunen.

Die folgenden Europameisterschaften in Baku schloss Michelle Skeries als Neunte ab, wobei ihr nur ein Ring zum Finale der besten Acht fehlte. Zusammen mit Monika Karsch und Doreen Vennekamp gewann sie aber Mannschafts-Gold und damit ihren ersten internationalen Titel bei den Frauen.

„Michelle ist eine unserer großen Hoffnungen für die Olympischen Spiele in Tokio 2020“, hat Benno Bölke bereits das sportliche Großereignis in drei Jahren im Blick. „Na klar, da will ich hin“, sagt Skeries. Bis dahin will sie sich nicht nur sportlich weiterentwickeln, sondern auch ihre berufliche Ausbildung voranbringen. In diesem Monat begann sie in Berlin ein Fernstudium für Medien-Informatik. „Irgendetwas in dieser Richtung möchte ich später mal machen.“ Doch zunächst soll erst noch der sportliche Jahresabschluss gelingen.

Gewissermaßen als gute Ausgangsposition für das kommende Jahr, denn dann geht es schon darum, sich die Quotenplätze für Olympia zu sichern.